Warum Preise nach Gefühl gefährlich sind
Wer den Preis am Mitbewerber ausrichtet, übernimmt dessen Kostenstruktur – ohne sie zu kennen. Miete, Personal, Material und Auslastung unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb teils erheblich.
Ein Preis, der knapp unter dem Marktdurchschnitt liegt, kann für den einen Betrieb auskömmlich und für den anderen ein Verlustgeschäft sein. Sichtbar wird das oft erst, wenn Rücklagen fehlen oder Investitionen verschoben werden müssen.
Welche Kosten in eine Dienstleistung gehören
In den Preis gehören die direkten Kosten der Leistung: die eingesetzte Arbeitszeit, das verbrauchte Material und sonstige unmittelbar zurechenbare Kosten wie Fremdleistungen oder Einwegartikel.
Dazu kommen die Betriebskosten, die nicht einer einzelnen Leistung zugeordnet werden können – Miete, Energie, Versicherungen, Software, Fahrzeuge, Verwaltung. Sie stecken im Stundenverrechnungssatz und werden über die verrechenbaren Stunden verteilt.
Schließlich braucht es einen Gewinnaufschlag. Er ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Rücklagen, Ersatzbeschaffungen und Ausfallzeiten.
Was ist ein Stundenverrechnungssatz?
Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den eine verrechenbare Arbeitsstunde kosten muss, damit alle Betriebskosten und der Unternehmerlohn gedeckt sind. Er entsteht rechnerisch aus den Jahreskosten geteilt durch die tatsächlich verrechenbaren Stunden.
Entscheidend ist der Nenner: Angebote schreiben, Einkauf, Buchhaltung, Fahrten und Leerlauf lassen sich niemandem berechnen. In vielen kleinen Betrieben sind nur 50 bis 70 Prozent der Arbeitszeit verrechenbar.
Warum Arbeitszeit und Einwirkzeit getrennt betrachtet werden sollten
Nicht jede Minute im Termin ist gleich viel wert. Während einer Einwirk-, Trocken- oder Aushärtezeit ist der Platz belegt, die Fachkraft aber unter Umständen frei für eine andere Leistung.
Wer beide Zeiten in einen Topf wirft, kalkuliert entweder zu teuer oder verschenkt Kapazität. Deshalb trennt die Schnellkalkulation aktive Arbeitszeit und Wartezeit und lässt dich festlegen, welcher Anteil der Wartezeit in den Preis einfließt.
Für welche Branchen eignet sich die Schnellkalkulation?
Überall dort, wo Zeit und Material zu einer Leistung zusammenkommen: Friseure und Hairstyling, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios, Gastronomie, Handwerksbetriebe sowie Beraterinnen und Berater.
Die Logik bleibt in allen Branchen gleich – nur Zeitanteile, Materialeinsatz und übliche Stundensätze unterscheiden sich. Über die Branchenauswahl startest du mit passenden Ausgangswerten und passt sie an deinen Betrieb an.
Von der Schnellkalkulation zur vollständigen Unternehmenskalkulation
Die Schnellkalkulation zeigt einen einzelnen Preis. Ob dieser Preis auch Miete, Personalkosten, Ausfälle, Leerzeiten und deinen Unternehmerlohn trägt, hängt von der gesamten Kostenstruktur und der Auslastung ab.
Genau das rechnet MARGENTIS: Fixkosten, Produkte, Arbeitszeiten, Steuern und Leistungen greifen ineinander, jede Zahl bleibt nachvollziehbar bis zur Quelle. Derzeit als geschlossenes Pilotprojekt – vier Wochen kostenlos, ohne Zahlungsdaten und ohne automatische Verlängerung.